Bergtour zum Grimmingtor

Version vom 1. Oktober 2021, 20:39 Uhr von Peter Krackowizer (Diskussion | Beiträge) (Textersetzung - „Kategorie:Alpen“ durch „“)
Das Grimmingtor, 1 580 m ü. A., in der Jausengrube. Standorthöhe des Steinmanns zirka 1 550 m ü. A., am Rand der Märchenwiese (grüner Moränensattel).
Die Landschaft unterhalb des Grimmingtors am Rand der Märchenwiese in der Jausengrube.
Grimmingstock Südseite, halbrechts die Schartenspitze, Jausengrube und den Hohen Grimming.
Karte zur Bergtour.
Übersicht der Anreisemöglichkeiten zur Bergtour.

Beschreibung der Bergtour zum Grimmingtor, 1 580 m ü. A.auf Respektabstand - wie die Autoren dieses Beitrags ihrem Titel hinzufügten.

Einleitung

Der Wanderweg endet, wo der Bergweg anschließt: Richtung Feiglstein, Jausengrube, Liedaegg, Wolkengrube – die Namen sind schön. Aber wo ist das Grimmingtor? Die zirka 50 Meter hohe und ungefähr 15 Meter breite Felsnische nimmt man bestmöglich wahr aus der oberen Jausengrube: sozusagen „im Herzstück des Grimmings“.

Das Instandhalten solch eines Steiges ist und bleibt für den Weg-Erhalter mit Aufwand verbunden: Exogene Kräfte setzen insbesondere dieser Steigtrasse fortwährend zu. Folglich bleibt ein gerüttelt Maß urigen Weg-Zustandes erhalten. Um so mehr müssen Nutzer dieses Steiges pur eigenverantwortlich handeln: Hier, inmitten der Grimming-Südseite, sind Haftungsansprüche – modern geworden „nach amerikanischem Recht“ – obsolet.

Sachbezogen: Wer als Ortsunkundiger dem Weg Nr. 682 durchgängig folgen will, soll bereits im Bereich des Feiglsteins das Gelände ernstnehmen: Die weiterführende Strecke stellt höhere Anforderungen bezüglich Orientierung und Wegfindens. Das Beispiel folgt auf den Fuß: Ab der Weggabel am unteren Rand der Jausengrube lächelt die alpine Muse namens „Erosion“ all jene Leute kryptisch an, die sich Richtung Grimmingtor mühen. Jedoch, wer hier angekommen, dessen Herz öffnet sich in diesem einzigartigen, urwilden Bergwinkel.

Wegbeschreibung

In Espang, 652 m ü. A., von der Wanderweg-Übersichtstafel zu den ersten bergseitigen Häusern. Eine Wegtafel (mitunter von Efeu verdeckt) weist ein. Am Stutterner Berg die Forststraße entlang, abschließend eben in Richtung einer Jagdhütte. Kurz davor der Steig-Anfang, 1 020 m ü. A. Im Buchenwald leiten undeutliche Steigspuren, jedoch kräftige Farbzeichen bergan zur Latschenzone am Feiglstein, 1 240 m ü. A. Nach dem Riesen-Felsmugel betritt man den Auslauf der Jausengrube, 1 280 m ü. A. Zumindest ab hier breitet sich alpines Gelände.

Die in der Jausengrube bergwärts leitenden Steigspuren versickern. Im steilen Geröll, teils neben Latschenbuschen, gewinnt man eher mühsam an Höhe. Der schließlich gut erreichbare Fuß einer Felswand bietet Schutz vor Steinschlag. Inmitten eines bandähnlichen Rasensaumes ein idealer Platz zum Raste. Markant daran ist ein kleiner Felsblock („Jausenstein“). Ab hier leitet der nun wieder deutliche Steig zielwärts, konkret in den Kernbereich der Jausengrube: wahrnehmbar als eine „kleine Märchenwiese“ inmitten einer Arena von Fels und Firn (je nach Jahreszeit). Ein Steinmann markiert den Haltepunkt: Aus dieser zu respektierenden Distanz ist das Grimmingtor, 1 580 m ü. A., am besten wahrnehmbar: für Augen-Blicke. Wem fällt die Trennung von diesem Anblick nicht schwer?

Was sein soll, soll gleich geschehen: Zurück zum „Jausenstein“ und zur Weggabel im Auslauf der Jausengrube, 1 280 m ü. A. Ein deutlicher Steig verbindet, schließlich bergan, zum Wegpunkt Liedaegg, 1 300 m ü. A. Hier hinterlegte der „Stammbesucher“ Alexander Gruber – danke! – ein Steigbuch. Interessant, darin zu schmökern, zu erfahren, dass im Winter die Wolkengrubenwand aufgesucht wird. Zwei Gehstunden entfernt steht die Grimminghütte. Breite Aussicht, Richtung Ennstal samt Kulm und Putterersee, enthält der Übergang, ab und auf, zur benachbarten Wolkengrube, 1 350 m ü. A. Ein schöner Platz zum Halten, Verweilen, Rundum-Schauen. Anschließend taucht der Steig ein in die Kampfwaldzone. Erst recht darin soll der Boden trocken sein. Vor allem beim Absteigen über die (letzte) Steilstufe; die locker liegenden Seile sind hilfreich. Ab der Weggabel, 1 050 m ü. A. – im Umgebungsbereich der „Au“, ein jüngerer Kahlhieb – ist’s nicht mehr weit zur Grimminghütte, 966 m ü. A. Falls die Wirtsleut’ nicht da sind, gilt Selbstbedienung: Instruktionen stehen an der Hüttentür.

Was bleibt noch zu tun? Ja, richtig! Einfach gemütlich die Tour ausklingen lassen: Richtung Trautenfels oder Richtung Niederstuttern.

Nachbemerkung: Diese Tour lässt sich mit Zug und Bus gut ausführen, auch ab Graz;[1]

Daten in der Übersicht

  • Gehzeit: 05:30 Std. bis zur Grimminghütte
  • Weglänge: elf Kilometer; zuzüglich Abschluss-Strecke
  • Anstieg: 1 000 Höhenmeter (Hm)
  • Abstieg: 700 Hm; zuzüglich Abschluss-Strecke (ca. 300 Hm)
  • Charakteristik: Selektiv bezeichnete Strecke; Weg Nr. 682; überwiegend Naturboden; teils mühsam begehbares Gelände
  • Ausgangsort: Espang, 652 m ü. A. Anfahrt: aus Richtung Trautenfels, vorzugsweise mit dem Bus
  • Ausgangspunkt: Bushaltestelle „Espang Abzweigung Niederöblarn“ oder „Espang Danklmair“
  • Endpunkt: Grimminghütte, 966 m ü. A.
  • Einkehr: Grimminghütte
  • Abschluss-Strecken: ab der Grimminghütte jeweils zu Parkplatz bzw. Bushaltestelle.
a) Abstieg nach Trautenfels zum Schloss Trautenfels (eine Stunde);
b) Abstieg nach Niederstuttern, Gasthof Pension Peer (40 Min.).

Bildergalerien

Quelle

Einzelnachweis

  1. Fahrplan siehe www.verbundlinie.at